Mein Leben, meine Individualität, meine Mode.

 


Mode nur ein Wort?

Mode - sprachlich gesehen, ist französischen Ursprungs; meint über das a la mode, ich trage etwas in bewusster Weise, in einer besonderen Art, einer neuen, vielleicht provokativen Form.

Oscar Wilde sagt: ”Mode ist nicht nur eine Frage der Kleidung. Mode hat etwas mit Ideen zu tun - damit, wie wir leben". Kann es sein, dass Menschen, die ideenreich ihr Leben angehen, mehr Bewusstsein auch für ihr modisches Erscheinungsbild entwickeln, ihr Leben bewusster leben?

Vivienne Westwood, die bekannte Londoner Modemacherin sagt: “You have a better life if you wear impressive clothes.”

Man beachte! Sie sagt nicht „expressive“, das beschriebe nur eine Eigenschaft des rein Äußerlichen, nein, sie sagt „impressive“. Wenn ich etwas tue, was ganz genuin aus mir selbst kommt, dann ist das ein Weg zu einem besseren Leben, weil ich mich selbst lebe und nicht von anderen gelebt werde (Wilhelm Schmid).

Gute Designer Kollektion sind offen, geben Wahlfreiheit. Ich kann daraus schöpfen und wählen, was zu mir passt, was mir sozusagen  auf den Leib geschneidert erscheint. Und so gesehen, meint Leib nicht einfach Körper, sondern mit „Leib und Seele“.

Mit Bezug auf Schopenhauer darf man sagen - Mode machen, kann künstlerisches Tun darstellen, immer dann, wenn das Machen wesentlich vom Sein geprägt wird. Nur Machen bleibt immer innerweltlich und kann in die Banalität des „Immer-wieder-das-gleiche-tun“ führen. Sein hingegen ist immer ein Geschenk.

Man sagt: Sie bewegt sich mit Stil und Grazie. Das Wort Grazie vom lateinischen Gratia steht für Gnade, Geschenk, Liebe. Eleganz ist also auch ein Geschenk. Und wenn mir Liebe widerfährt wird auch mein äußerer Auftritt schöner sein. Die Seele spiegelt sich nach außen.

Wer so gesehen, das Postulat aufrechterhalten will, Mode sei nur ein Wort, hat es sich zu einfach gemacht.
 


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